Posts mit dem Label 4 Pfötchen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 4 Pfötchen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 26. Juli 2011

[Rezension] Smaragdgrün

Allgemeine Informationen:
Verlag: Arena
Gebundene Auflage: 496 Seiten
ISBN: 978-3401063485

Band 1: Rubinrot
Band 2: Saphirblau
Band 3: Smaragdgrün

Der Link zum Buch

Autorin:
Die studierte Diplompädagogin Kerstin Gier, die 1966 geboren ist, begann ihre Karriere als Schriftstellerin 1995 und schreibt vor allem Frauen- und Liebesromane. Sie verfasst auch unter den Pseudonymen Jule Brand und Sophie Bérand diverse Bücher.

Inhalt:
Gwendolyn ist am Boden zerstört, denn Gideons Liebesgeständnis scheint nicht echt zu sein. Trotz ihres Liebeskummers muss sie mit dem Jungen, der ihr Herz gebrochen hat, in die Vergangenheit zu einem rauschenden Ball reisen, weil der geheimnissvolle Graf von Saint Germain es von den beiden Zeitreisenden verlangt. Aber für Liebesdinge bleibt kaum Zeit, denn Gwen muss ihre Energie auf ihre Mission und ihr Überleben richten.

Meine Meinung:
Auch dieser Band knüpft direkt an der Handlung seines Vorgängers an, so dass man sich direkt im Geschehen wiedefindet. Der Schreibstil von Kerstin Gier ist gewohnt locker und angenehm zu lesen und die Geschichte ist mit witzigen Situationen gespickt. Vor allem der kleine Dämon Xemerius, schafft es mit seinen Sprüchen, mich zum Lachen zu bringen.

Die Handlung ist meiner Meinung nach viel spannender als die des zweiten Bandes, denn es passiert viel mehr und einige der Wendungen und Situationen waren für mich unvorhergesehen.
Alle meine Fragen, die in die Buchreihe aufgeworfen hat, wurden mit dem Abschlussband beantwortet. Auch Logiklöcher, die ich bei einer komplexen Zeitreisestory irgendwie erwartet hatte, blieben zu meiner Freude aus. Kerstin Gier schafft es, die Geschichte schlüssig aufzulösen und mich als Leser mit dem wirklich gelungenen Ende zu überraschen.

Die Liebesgeschichte zwischen Gwen und Gideon finde ich teilweise wirklich zu kitschig und zu extrem, da die beiden sich in der Geschichte ja nicht mal einen Monat (wie lange genau, weiß ich leider nicht, aber mehr als drei Wochen waren es sicher nicht) kennen. Deshalb finde ich die Entwicklung der Liebesgeschichte reichlich unrealistisch.
Ich fand es schade, dass Gwendolyn an einigen Stellen sehr naiv wirkt und sich viel zu sehr von ihren Gefühlen für Gideon leiten lässt. Trotzdem war das Mädchen mir auch in diesem Buch sympathisch, da es auch einige Szenen gibt, in denen selbstständig agiert und taff und selbstbewusst wirkt.

Fazit:
Dieses Buch ist ein sehr gelungener Abschluss der Edelsteintrilogie, der viele Frage aufklärt, fast durchgängig spannend bleibt und durch seinen angenehm kurzweiligen und witzigen Schreibstil.


4 von 5 Pfötchen

Dienstag, 19. Juli 2011

[Rezension] Engelskuss

Allgemeine Informationen:
Verlag: Lyx
Taschenbuch: 432 Seiten
ISBN: 978-3802582745
Orginaltitel: Guild Hunter: Angels' Blood

Gilde der Jäger 1: Engelskuss
Gilde der Jäger 2: Engelszorn

Buchtrailer

Die Autorin:
Die auf den Fidschi-Inseln geborene Nalini Singh lebt zur Zeit in Neuseeland. Bevor sie eine Karriere als Autorin begann, arbeitete sie als Englischleherin und Rechtsanwältin. Unter anderem wurde sie durch ihre "Gestaltwandler"-Reihe bekannt.

Inhalt:
Die Sterbliche Elena lebt in einer Welt, die von Engeln beherrscht und regiert wird. Sie ist eine Jägerin, die abtrünnige Vampire aufspürt und sie zu ihren Machern, den Engeln zurückbringt.
Als eine Mordserie von unfassbarem Ausmaß New York erschüttert, wird Elena von Raphael, dem herrschenden Erzengel in Nordamerika, wegen ihrer Fähigkeiten als Jägerin und ihrer besonderen Gabe angeheuert. Aber ihr Ziel ist diesmal kein Vampir sondern ein wahnsinnig gewordener Erzengel.

Meine Meinung:
Nalini Singh schafft eine neue und faszinierende Welt. Die Idee, dass Vampire einst Menschen waren, die von Engeln verwandelt werden um Unsterblichkeit zu erhalten, dafür aber viele Jahre als ihre Sklaven leben müssen, fand ich innovativ und sehr interessant.

Die Liebesgeschichte zwischen der menschlichen Elena und dem Erzengel, der zum Kader der Zehn also zu den Herrschenden gehört, ist gewürzt mit einer großen Portion Erotik, teilweise werden die Szenen auch sehr explizit.
Ähnlich wie in der "Gestaltwandler"-Reihe steht die Annäherung der Protagonisten im Vordergrund, aber bei diesem Buch bleibt der andere Handlungsstrang nicht so blass. Die Suche nach dem Abtrünnigen und die Mordserie, die die Stadt erschüttert, sorgt dafür, das dem Buch die Spannung erhalten bleibt.

Ich fand es sehr interessant, dass im Buch immer wieder Andeutungen aus Elenas Vergangenheit auftauchten, die auf ein verstörende Erlebnis hindeuten. Ich hoffe, dass im nächsten Band diese Tatsache wieder aufgegriffen und offene Fragen beantwortet werden.
Den Protagonist Raphael fand ich die meiste Zeit zwar unsympathisch, aber er passt gut ins Buch. Sein innerer "Kampf" zwischen seinem Wesen als Engel und seiner aufkeimenden Menschlichkeit hat mir aber sehr gut gefallen.
Auch einige Nebencharaktere sind gut ausgearbeitet, zum Beispiel der Vampir Dimitri, der einer der wichtigesten Berater und Beschützer Raphaels ist.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, aber bei einigen Passagen sind mir die Beschreibungen viel zu detailiert und langatmig. Außerdem neigt die Autorin zu Wiederholungen, was mir an einigen Stellen negativ aufgefallen ist.

Fazit: 
Die Romanze der Protagonisten steht im Vordergrund, aber die spannende Story kommt trotzdem nicht zu kurz. Trotz einiger stilistischer Schwachstellen fand ich dieses Buch dank der liebevoll aufgebauten Welt, die für mich neu und aufregend war, definitiv lesenswert. Besonders das Ende überzeugt.

4 von 5 Pfötchen

Freitag, 15. Juli 2011

[Rezension] ZweiundDieselbe

Allgemeine Informationen:
Verlag: Fischer Schatzinsel
Gebundene Auflage: 336 Seiten
ISBN:  978-3596853373
Orginaltitel: The Adoration of Jenna Fox

Der Link zum Buch

Die Autorin:
Die 1955 in Südkalifornien geborene Schriftstellerin Mary E. Pearsons studierte an der Universität San Diego. Bevor sie sich dem Schreiben widmete, unterrichtete sie einige Jahre lang. Bisher hat sie fünf Jugendbücher veröffentlicht. Da sie gerade an "The Fox Inheritance" arbeitet, vermute ich, dass dieses Buch der Nachfolgeband zu "ZweiundDieselbe" wird. Der Name und das Cover, das dem englischen Orginalcover ähnlich sieht, lassen darauf schließen.


Inhalt:
Nach einem schweren Unfall erwacht die siebzehnjährige Jenna Fox aus einem langen Koma. Ohne Erinnerung. Sie weiß nicht wer sie ist, sie hat sogar einiges an Wortschatz und grundlegende Abläufe, zum Beispiel, wie man lächelt oder wie man Mimik entschlüsselt, vergessen.
Während sie versucht, mit ihrem Leben zurecht zukommen und in die Normalität zurückzufinden, erinnert sie sich langsam an Bruchstücke ihres Lebens und wirft immer mehr Fragen auf. Warum sind wir umgezogen? Warum hat mich keiner meiner Freunde im Krankenhaus besucht? Hatte ich überhaupt Freunde? Was verschweigen mir meine Eltern und warum ist meiner Großmutter so abweisend und reserviert mir gegenüber?

Meine Meinung:
Dieses Buch ist eines der wenigen, bei denen ich den deutschen Titel treffender und schöner finde als das Orginal, auch wenn der Untertitel "Wieviel von mir bin ich" meiner Meinung nach schon etwas viel verrät.
Das englischsprachige "The adoration of Jenna Fox" ( übersetzt in etwa "Die Anbetung/Verehrung der Jenna Fox") ist auch passend, zielt aber auf eine ganz andere Facette des Buches ab, die persönlich ich für weniger essentiell halte.

Anfangs macht das Buch erst nicht den Anschein, eine Dystopie zu sein, weil sich die Zeit in der die Handlung spielt kaum von unserer Gegenwart zu unterscheiden scheint. Aber nach und nach werden Kleinigkeiten eingestreut, die dem Leser klar machen, dass dieses Werk in der Zukunft nach einer großen Epidemie spielt und dass es doch einen Unterschied gibt, nämlich neue medizinische Technologie und der Umgang damit.
Die Tatsache, dass es keine allzu ferne gegenwartsferne Zeit ist und viele Ähnlichkeiten bestehen, hat mir gefallen, denn so habe ich schnell Zugang zu diesem Buch gefunden und konnte einfach mit der Protagonistin und ihrem Umfeld mitfühlen.

Geschrieben ist es in Ich-Perspektive aus Jennas Sicht, deswegen weiß man als Leser nur soviel, wie die Protagonistin weiß und ist auf das nächste "Puzzelteil" angewiesen, dass sie findet. Gerade diese anfängliche  Ungewissheit fand ich sehr spannend, obwohl ich mir an einigen Stellen viel zusammenreimen konnte und mir schon in etwa gedacht habe, was mit Jenna los ist, als sie noch im Halbdunkeln tappte.
Die Handlung wird durchbrochen von inneren Monologen, die teilweise mehr aus Bruchstücken als aus ganzen Sätzen bestehen. Gerade diese Stellen fand ich sehr emotional und mitreißend, weil sie mehr Einblicke in Jennas Gedankenwelt offenbaren als die restlichen Stellen.
Außerdem werden die Worte, über die das Mädchen nachdenkt und die sie vergessen hat, wörterbuchähnlich eingebettet, wie zum Beispiel ganz am Anfang dieses:



Die Nebenfiguren des Buches bleiben leider inhaltslos und oberflächlich, obwohl einige echtes Potential hätten und am Anfang sehr interessant wirkten. Selbst Jennas Eltern wirken sehr flach und klischeebehaftet, obwohl sie in der Geschichte eine große Rolle spielen. Einzig ihre Großmutter hat meiner Meinung nach einen etwas vielschichtigeren Charakter und scheint durchdachter.

Fazit:
Diese relativ realitätsnahe biomedizinische Dystopie überzeugt durch eine Protagonistin, in die man sich hineinversetzen und mit der man mitleiden kann. Da mir das Ende aber überhaupt nicht gefallen hat und es mich gestört hat, dass ein sehr interessanter Nebencharakter eingeführt, aber dann nicht näher beleuchtet wurde, ziehe ich einen Punkt von der Gesamtwertung ab.

4 von 5 Pfötchen

Samstag, 9. Juli 2011

[Rezension] Rubinrot

Allgemeine Informationen:
Verlag: Arena
Gebundene Auflage: 345 Seiten
ISBN:  978-3401063348

Der Link zum Buch

Band 1: Rubinrot
Band 2: Saphirblau
Band 3: Smaragdgrün

Zum Autor: 
Die studierte Diplompädagogin Kerstin Gier, die 1966 geboren ist, begann ihre Karriere als Schriftstellerin 1995 und schreibt vor allem Frauen- und Liebesromane. Sie verfasst auch unter den Pseudonymen Jule Brand und Sophie Bérand diverse Bücher.

Zum Inhalt:
Gwendolyn lebt in einer Familie, die eine Menge Geheimnisse hat. Deshalb ist sie fast völlig unvorbereitet, als sie nach Schwindelgefühl und Kopfschmerzen plötzlich im London der Vergangenheit landet. Eigentlich hätte ihre Cousine Charlotte das Zeitreisegen geerbt haben sollen. Deshalb wurde auch sie ihr Leben lang auf eine mysteriöse Mission vorbereitet, in die nun Gwen ahnungslos hineinschlittert. Und zu allem Übel wird ihr der überhebliche Gideon zur Seite gestellt, den sie seit dem ersten Treffen nicht ausstehen kann.

Meine Meinung:
Als ich das Buch zum ersten Mal in der Hand hatte, dachte ich, ich würde ewig brauchen, da es wirklich ein recht dicker Wälzer ist. Umso erstaunter war ich, dass dieses Buch nur knapp 350 Seiten hat und sich in einem erstaunlichen Tempo lesen lässt. Normalerweise sind meine Bücher, die 300-400 Seiten lang sind, nur halb so dick und weniger schnell zu lesen.
Am angenehm leicht zu lesenden Schreibstil, der sehr klar und einfach ist, merkt man deutlicher als bei anderen Büchern, das man hier ein Jugendbuch in der Hand hat.

Die Autorin schafft es eine phantastische Welt mit sehr lebendigen Charakteren zu schaffen. In einige kann man sich gut hineinversetzten, einige sind sehr schräg und andere kann man einfach nur unsympathisch finden. Die Nebenfiguren sind teilweise etwas oberflächlich geblieben, aber alles in allem trotzdem sehr liebevoll gestaltet.
Die Zeitreisestory finde ich sehr gut umgesetzt, aber ich hätte mir mehr geschichtliche Fakten gewünscht.Das Konzept der unkontrollieren Zeitsprünge finde ich sehr innovativ, etwas in der Art habe ich vorher noch nicht entdeckt. Außerdem finde ich es sehr sinnig, das die Möglichkeiten in der Zeit zu reisen, sehr eingeschränkt sind, also zum Beispiel, dass nicht in die eigene Zukunft gereist werden kann oder nicht zu weit zurück.
Am Anfang des Buches wird die Spannung vor allem durch die geheimnisvolle Familien kreiert, später bekommt die Story aber mehr Fahrt, wenn tragende Elemente wie der mysteriöse Graf von Saint Germain und Gwens verschwundene ebenfalls zeitreisende Cousine Lucy eingeführt werden.
Die Liebesgeschichte nimmt in diesem Band nur einen sehr geringen Teil ein, kommt erst am Ende wirklich zum Tragen und ist bisher sehr unkitschig, was mir sehr gefällt.
Einige Stellen des Buches sind wirklich sehr skuril. Genau das hat mich häufig zum schmunzeln gebracht und dafür gesorgt, dass ich dieses Buch liebgewinne. 

Gwens bisheriges Leben als fast normale Sechszehnjährige steht im Kontrast zu ihren Fähigkeiten. Die plötzliche Entdeckung, dass nicht Charlotte sondern sie die Fähigkeit hat, in der Zeit zu reisen, bringt sie völlig aus der Fassung. Denn bisher müsste sie sich nur um alltägliche Dinge Sorgen machen und wurde als unwichtig betrachtet und aus den mysteriösen Vorkommnissen der Familie rausgehalten.
Durch Gwens natürliche, neugierige, tollpatschige und teilweise ängstliche Art wirkt sie für mich von Anfang an sympatisch und ich kann mir vorstellen, dass sie vor allem für jüngere Mädchen eine perfekte Identifikationsfigur ist.

Sowohl der Prolog als auch Epilog drehen sich nicht um Gwen und werfen einige interessante Punkte auf, die die Geschichte nochmal spannender machen.

Fazit: 
Das Buch richtet sich meiner Meinung nach eher an Jugendliche, kann aber bestimmt auch den einen oder anderen erwachsenen Leser begeistern. Für mich eine angenehme Mischung aus Spannung, Fantasy, Humor und Liebesgeschichte.

4 von 5 Pfötchen

Freitag, 8. Juli 2011

[Rezension] Widerstand

Allgemeine Informationen:
Verlag: Bloomsbury
Gebundene Auflage: 336 Seiten
ISBN:  978-3827053633
Orginaltitel: The Resistance

Der Link zum Buch.

Zum Autor: 
Die britische Autorin Gemma Malley studierte Philosopie und arbeitete als Journalistin, bevor ihr Debütroman "Der Pakt" erschien. Heute lebt sie in London.




Da "Widerstand" die Fortsetzung von "Der Pakt" ist, wird der Nachfolgetext geringfügige Spoiler enthalten.

Zum Inhalt:
Die Handlung von "Widerstand" beginnt einige Wochen nach Ende des Vorgängers. Anna und Peter sind froh, dem Überschussheim entkommen zu sein, doch wirklich glücklich sind sie mit ihrem neuen Leben nicht. Sie gehören zu einer geringen Minderheit, nämlich jungen Menschen, die in einer Welt, in der dank eines Medikaments alle nahezu unsterblich, leben müssen. Misstrauische Blicke und Anfeindungen sind wegen ihrer Herkunft als ehemalige Überschüssige an der Tagesodnung. Nur der Untergrund gibt ihnen Hoffnung, deshalb lässt sich Peter auf ein riskante Mission ein und wird in das Pharmaunternehmen eingeschleust, das verantwortlich für das Langlebigkeitsserum ist und noch dazu seinem Großvater gehört.

Meine Meinung:
Nach dem wirklich fantastischen ersten Band hatte ich sehr hohe Erwartungen an diese Fortsetzung. Nach dem Lesen des Klappentextes und dem Cover mit dem Jungengesicht dachte ich mir schon, dass in diesem Band der Fokus auf Peter liegt. Das hat mich ein wenig enttäuscht, da ich diesen Charakter in "Der Pakt" nicht sonderlich mochte, da er für mich zu sehr dem Klischee des mutigen, rebellischen Helden entsprach, der Ritter in glänzender Rüstung, der uneigennützig sein Leben riskiert um ein hilfloses Mädchen zu retten, das er nichtmal kennt. Auch in diesem Teil der Geschichte setzt er sein Leben für Anna aufs Spiel, aber diesmal kann ich seine Motive viel eher nachvollziehen. Außerdem wirkt er im Laufe der Handlung immer weniger eindimensional und durchbricht das Klischee, was in um einiges sympathischer macht.

Annas Rolle war relativ klein. Die Handlung um sie war spannend und rührend, aber ich hatte das Gefühl von ihrer Entwicklung sah man weniger, viel mehr hat sie wieder einen Schritt zurück gemacht. Auch wenn sie misstrauisch ist, lässt sie sich viel zu schnell von ihren Gefühlen leiten, handelt viel zu naiv und ist eher leichtgläubig und schluckt, was man ihr sagt, statt selbst zu denken. Einerseits wirkt es so authentischer, denn es ist klar, dass Jahre der Indoktinierung und der Willensaufgabe nicht spurlos an einem vorrübergehen. Andererseits fand ich es sehr schade, da ich am Ende des ersten Bandes die Tatsache an Anna bewundert habe, dass sie anfängt kritischer und reflektierter zu sein.
Ich find es auch gut, dass man trotzdem mitbekommt, wie es mit einigen Nebencharaktären aus "Grange Hall" weitergeht und sich nicht alles nur um Anna und Peter dreht.
Außerdem wird eine neue tragende Nebenfigur eingeführt, die interessante Aspekte in die Geschichte einbringt.

Die Story dieses Buches ist an sich spannender als der erste Teil, aber mir fehlte die emotionale Tiefe, die mich in "Der Pakt" mitgerissen hat.
Aber es werden wieder einige neuen Fragen aufgeworfen, mit denen man sich durchaus in unserer Zeit beschäftigen kann und die man auf viele Situationen übertragen kann. Wegschauen, statt helfen? Wieviel will ich wissen, bin ich bereit Fragen zu stellen oder will ich lieber in meiner heilen Welt leben? Will ich mich an etwas bereichern, auch wenn ich weiß, dass andere dafür leiden?

Fazit:
Eine spannende, gesellschaftskritische Dystopie, die sehr viele Fragen aufwirft, aber im Vergleich zu ihrem Vorgänger etwas schwächelt.


4 von 5 Pfötchen


Der dritte Band ist unter dem Namen "Legacy" im September 2010 erschienen, aber bisher noch nicht in deutscher Sprache veröffentlicht worden.

Sonntag, 26. Juni 2011

[Rezension] "Sturmnacht"

Allgemeine Informationen:
Verlag: Knaur TB
ISBN: 978-3426632871
Orginaltitel: Storm Front

Erster Band der Reihe "Die dunklen Fälle des Harry Dresden"

Hier gehts zum Amazonlink

Zum Autor:
Der amerikanische Schriftsteller Jim Butcher, der 1971 geboren wurde, ist vor allem durch seine "Die dunklen Fälle des Harry Dresden"-Reihe (engl. "Dresden Files") bekannt, die nun schon zwölf Bände umfasst.


Zum Inhalt:
In einem alternativen Chicago, in dem Magie zwar real ist, aber nur von wenigen Menschen wahrgenommen wird, schlägt sich Harry Blackstone Copperfield Dresden als Privatdetektiv der besonderen Art durch. Er ist ein echter Magier und der einzige in ganz Amerika, der im Telefonbuch steht und seine Dienste öffentlich anbietet, deshalb wird er von der Sonderermittlungseinheit der Polizei von Chicago bei besonders sonderbaren Fällen, bei denen übersinnliches Wirken vermutet wird, oft als Berater hinzugezogen, so auch bei einem besonders grausamen und unerklärlichem Doppelmord, bei dem einem Pärchen die Herzen aus der Brust gerissen wurden.

Meine Meinung:
Durch seinen detailverliebten und sehr bildhaften Sprachstil erschafft Jim Butcher eine sehr realistische alternative Welt, die von Magie durchdrungen ist, aber abgesehen davon recht nah an unserer Realität angesiedelt ist.

Der Protagonist Harry Dresden punkte auf meiner Sympathieskala durch seinen trockenen Humor und die Tatsache, das er eher Antiheld, mit vielen kleinen Macken und Schwächen ist, was ihn sehr menschlich erscheinen lässt. Er handelt oftmals überstürzt ohne nachzudenken, er ist chronisch pleite und schafft es seine Magie, trotz großer Fähigkeiten, nur mit bestimmten Gegenständen wie seinem Sprengstock zu bündeln und zu fokussieren. Die Magie, die er wirkt, ist relativ realitätsnah, ein Liebstrank wird nicht mit irgendwelchen abstrusen und seltsamen Kräutern gebraut sondern unter anderem mit Tequila, Schokolade und Geldscheinscheinstücken.

Was mich ein wenig gestört hat, ist die Tatsache, das viele Themen, zum Beispiel Harrys Vergangenheit und Ausbildung, der weiße Rat, magische Regeln, das "Damoklesschwert, das über seinem Kopf schwebt" usw, nur kurz angeschnitten und nicht erklärt wurden. Ich hätte mir mehr Informationen gewünscht um Harrys Handlungen besser zu verstehen.

Fazit:
Dieses Buch ist kein typischer Fantasyroman sondern eher ein Krimi mit vielen übersinnlichen Elementen, in dem die Action, dank unaufgeklärter Mordfälle, Dämonen, Elfen, der Mafia, Baseballschlägern, attraktiven Frauen, schwarzer Magie und einem übereifrigen Bewährungshelfer, nicht zu kurz kommt.
Definitiv lesenswert aber mit einigen kleinen Mängeln. Ich freue mich schon auf die nächsten Bände, die hoffentlich einiges aufklären.

4/5 Pfötchen

Freitag, 10. Juni 2011

[Rezension] "Teufelsbraut"

Allgemeine Informationen:
Verlag: Lyx
Auflage: 1. Auflage (15.Oktober2008)
ISBN: 978-3802581755
Taschenbuch: 431 Seiten

Zur Autorin:
Die 1976 geborene amerikanische Autorin begann ihre Karriere 2004 mit der "Watcher"-Serie, die aber nur in englischer Sprache erschien. In Deutschland sind die beiden Reihen um "Dante Valentine", die fünf Bände umfasst, und "Jill Kismet", die bisher vier Bände in deutscher Sprache und ein bisher noch nicht übersetztes Buch umfasst.

Inhalt:
Dante Valentine, eine Nekromantin, die ihr Geld als Kopfgeldjägerin verdient, lebt in einer Welt, in der Magie existiert und einige Menschen genau wie sie übersinnlich begabt sind. Eines Tages bietet ihr der Teufel persönlich einen Auftrag an. Sie soll einen Dämon ausfindig machen, der mit einem wertvollen und äußerst gefährlichen Artefakt, das die Apocalypse auslösen könnte, aus der Hölle geflohen ist: Dante nimmt dieses Auftrag an, da sie noch eine persönliche Rechnung mit ebendiesem Dämon offen hat. Der Teufel besteht darauf, dass die Nekromantin mit einem seiner Dämonen zusammenarbeitet, doch Dante ist davon wenig begeistert, da die Einzelgängerin gewohnt ist, alleine zu arbeitet.

Meine Meinung:
De Roman "Teufelsbraut" spielt in einer futuristischen Welt, in der auch übersinnlich begabte Menschen, genannt Psione, leben. Diese werden zwar akzeptiert, aber von den meisten Menschen gefürchtet. Besonders ausgebildete Nekromanten wie Dante Valentine werden aus Furcht gemieden.
Lilith Saintcrow schafft es, eine interessante und düstere Welt zu kreieren, die von Magie durchdrungen ist. Durch Rückblicke in Dantes Ausbildungszeit schafft sie es, die Besonderheiten und Fähigkeiten verschiedener psionischer Begabungen darzustellen und lebendig zu machen. Teilweise ist es schwierig, so viele neue Informationen zu behalten, aber einiges kann man im Glossar nachschlagen. Dort sind zum Beispiel die verschiedenen Arten von Psionikern in wenigen Worten skizziert.

Dante Valentine entspricht mit ihrer arroganten, sarkastischen Art nicht unbedingt der typischen weiblichen Hauptfigur. Sie hat lange Jahre eine Mauer um sich herum gebaut und lässt kaum jemanden an sich heran. Seit dem Tod ihrer besten Freundin Doreen lebt sie für ihre Rache. Mit Waffen kann sie besser umgehen als mit Gefühlen. Auch wenn sie anfangs abweisend und kratzbürstig ist, merkt man an mehreren Stellen der Geschichte, dass unter ihrer harten Schale auch ein weicher Kern steckt.

Im Laufe der Geschichte nähert sie sich dem Dämonen Japhrimel, der ihr vom Teufel als Partner für ihren Auftrag zur Seite gestellt wurde, an. Diese Entwicklung hat mich berührt, da sie die Nekromantin von einer ungewohnten emotionalen Seite zeigt.
Aber die Liebesgeschichte steht eher im Hintergrund, die Handlung ist hauptsächlich actionreich und dreht sich um Dantes Auftrag, der gleichzeitig ihrer persönlichen Rache an dem Dämon, der ihre Freundin ermordet hat, ist.

Fazit: 
Lilith Saintcrow hat eine faszinierende futuristische Welt geschaffen, die ziemlich komplex ist. Aber nachdem ich mich eingelesen hatte, viel es mir nicht schwer, in diese Geschichte abzutauchen, die vor allem durch die gut durchdachten Hauptfiguren Dante und Japhrimel besticht.
Das Ende war etwas aprupt, aber der nächste Band macht das durchaus wett. Die "Dante Valentine"-Reihe fand ich persönlich sehr toll, würde aber empfehlen, den nächsten Band direkt im Anschluss zu lesen.

4 von 5 Pfötchen